Reisen mit Baby (Fuck, jetzt ist wirklich alles anders) - Erfahrungsbericht aus dem ICE - Big Papa Blog
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Kleiner Junge schaut aus dem Zugfenster auf Reisen im Zug mit Baby

Reisen mit Baby (Fuck, jetzt ist wirklich alles anders) – Erfahrungsbericht aus dem ICE

Für alles außer dem reisen mit Baby gilt aus meiner Sicht folgendes: Wer sagt, dass sich durch ein Kind „ALLES“ ändert, labert Bullshit. Sicher kommt es auch ein bisschen auf das Kind an, aber im Grunde bleibt viel gleich.

Klar, es gibt jetzt jemanden, dessen Grundbedürfnisse meist innerhalb von wenigen Minuten befriedigt werden müssen. Das macht vieles langwieriger, komplizierter und schlechter planbar.

Aber der ganz krasse Schnitt kommt (zumindest erstmal, ich schreibe hier als Vater einer zwei Monate alten Dame) nicht. Man hat die gleichen Hobbys, isst die gleichen Sachen, hat die gleichen Arbeit und weitestgehend die gleichen Freunde.

Game Changer: Reisen mit dem Baby

Ein Gebiet wo diese Aussage aber leider überhaupt nicht stimmt ist das Verreisen. Alter Schwede! Ist das eine andere Nummer.

Wenn ich in der Vergangenheit auf Reisen gegangen bin (und es nicht gerade eine Fernreise war), sah das Ganze so aus. Ich habe so ein bisschen drauf geachtet, dass ich halbwegs saubere Klamotten habe und gegebenenfalls in der Woche vorher noch einmal gewaschen.

Am Reisetag hab ich dann einfach mein Zeug in die Sporttasche geschmissen und 10 Minuten später bin ich los.

Goldene Zeiten….

Mit der kleinen Windelscheisserin sieht das Ganze komplett anders aus. Reisen mit Baby ist eine ganz andere Nummer.

Über Weihnachten sind wir zu dritt mit dem Zug von Berlin nach München gereist. Ich schreibe euch einmal auf, was alles zu tun war. Vielleicht lernt ihr daraus und seid nicht so fassungslos wie ich.

Zug im Bahnhof
ICE in Bahnhof

Die Woche vor der Reise

Als erstes steht natürlich die Überlegung, was man alles für das Baby braucht .

Zuhause ist man ja mittlerweile ziemlich gut ausgestattet mit Wickelkommode, Beistellbett & Co. Aber was ist denn woanders. Ist man viel unterwegs, also braucht man den Kinderwagen und/ oder das Tragetuch?

 Wird man mit dem Auto unterwegs sein und muss entsprechend der Maxi Cosi mit?

Wie oft wird sich das Kind voraussichtlich einkacken bzw. einkotzen und was für Klamotten braucht man?

Wie sieht die Wickelsituation am Reiseziel aus? Gibt es einen Wickeltisch?

Wie lange ist die Anreise und wie viele Windeln sollte man entsprechend mitnehmen?

Was kann man dort kaufen?

Wie wäscht man am besten noch strategisch sinnvoll?

Es ist echt Stress.

Wahrscheinlich entwickelt man mit der Zeit eine gewisse Routine aber das erste Mal ist echt heftig.

Wobei man auch dazu sagen muss, dass wir mit der Bahn gereist sind und entsprechend versuchen mussten, möglichst wenig mitzunehmen. Mit einem eigenen Auto entspannt sich die Lage sicher ein wenig.

Der Tag vor der Reise

Am Tag vorher findet die große Packaktion statt. Das dauert so 1-2 Stunden und funktioniert fast so wie man es kennt. Also man überlegt sich, welche Reisetasche(n) oder Rucksäcke man mitnimmt und packt ein.

Was aber wirklich abgefahren ist, sind die Masse von Sachen, die man an dem Tag nicht schaftt. Das waren zumindest bei uns so viele, dass ich einfach eine fucking To-Do Liste geschrieben habe, die am Ende entspannte 16 (!) Punkte umfasst hat – von diverse Müllsachen runterbringen über Windelsachen nicht vergessen bis zu den Vitaminen für das Kind.

Fuck my life.

Am Reisetag

Der Reisetag ist dann echt das abgefahrenste. Um die „letzten“ Schritte zu machen, haben wir einfach mal 4 verdammte Stunden gebraucht. Klar, wir sind zum ersten Mal verreist und mit mehr Routine geht vieles schneller aber es gibt eben die To-Do Liste vom Vortag und bis die abgearbeitet ist, dauert es.

Und man hat im Zweifel ein plärrendes Kind am Start, das erstmal gestillt oder getröstet werden muss.

Es dauert einfach alles unfassbar lang. Plant echt viel Zeit ein!

Und zwar nicht nur für das finale Packen. Sondern auch für den Weg zum Bahnhof. Erstens seid ihr langsam und ggf. auf Fahrstühle (die natürlich nicht funktionieren) angewiesen. Und zweitens gibt es ja noch Murphys Law.

Bei uns hat sich das folgendermaßen manifestiert. Wir wollten grade los, als wir gemerkt haben, dass das Baby eingekackt hat. Und beim Windel wechseln mussten wir feststellen, dass das Kind die Windel gesprengt hat – der komplette Körper eingeschissen.

Also nochmal alles ausziehen, das Baby komplett baden, trocknen, neue Klamotten raussuchen und anziehen.

Genau deswegen planst du am besten eine Extra Stunde für unvorhergesehenes ein. Auch auf die Gefahr hin, viel zu früh am Bahnhof zu sein.

Fazit – es ist alles anders, aber es geht

Wir haben es uns hart gegönnt. Im Grunde stand eine halbe Woche nur unter dem Thema Zugfahrt. Natürlich haben wir Fehler gemacht und uns sicher auch viel zu hart gestresst. Es war ganz anders als vorher und auch ziemlich nervig. Statt eine halbe Stunde haben wir Netto locker 8 Stunden für die Vorbereitung und Abreise gebraucht.

Ja, das ist schon eine große Änderung. Aber es geht! Auch mit dem Zug. Es ist fucking anstrengend und nervig, aber es geht. Gut ist natürlich auch. Die Leute sind dann doch irgendwie hilfsbereiter als gedacht, wenn sie sehen wie du mit Kind in der Hand irgendwie versuchst den verkackten Kinderwagen zusammenzufalten und irgendwie in den ICE zu wuchten.

Wobei wie immer bis jetzt spreche ich aus einer Luxussituation heraus. Ich habe nur ein Kind. Wir sind zu zweit und die Kleine ist auch noch nicht in dem Alter, in dem sie bockt und/ oder besonders viel Gepäck braucht. Heißt, vielleicht denke ich in 1-2 Jahren ganz anders.

Ich halte euch auf dem Laufenden.

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