Die 4 Lektionen aus den ersten 3 Monaten - Big Papa Blog
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schwarz weiß Bild von einem Baby

Die 4 Lektionen aus den ersten 3 Monaten

Seit drei Monaten sind wir jetzt zu dritt. Ganz ehrlich, die Zeit fühlt sich viel länger an. Nicht weil es so langweilig gewesen wäre, sondern weil wir so viel zum ersten Mal gemacht haben. Erste Mal Windeln wechseln, erste Mal Maxi-Cosi bedienen, erste Mal Tragetuch wickeln, erste Mal überhaupt ein Baby anziehen und so weiter.

Drei Monate ist ein guter Zeitpunkt, einmal zurückzublicken – was man ganz gut hinbekommen hat, wo man versagt hat und was man gelernt hat. Was ich gewuppt habe und was nicht, interessiert nur kein Schwein.

Aber was ich gelernt habe, könnte auch für andere interessant sein. Deswegen will ich einmal die vier zentralen Lektionen meiner ersten drei Baby-Monate aufzählen

1. Es ändert sich nicht alles

Bevor ich selbst Vater wurde, hat mir ein Satz besonders Angst gemacht, den Eltern inflationär gesagt haben: „Es wird alles anders, aber schön.“ Ich hatte aber keinen Bock auf „alles anders“. Ich mochte mein Leben. Und was sollte das eigentlich bedeuten? Interessiert man sich auf einmal nur noch für Windeln, KiTa und ob das Baby schon den Kopf heben kann? Redet man nur noch über den Hosenscheisser? Allesamt keine besonders verlockenden Aussichten.

Zumindest nach den ersten drei Monaten kann ich sagen, dass diese Angst unbegründet war.

Natürlich gibt es eine neue gewichtige Komponente im Leben. Aber alles anders? Auf keinen Fall. Ich bin im Wesentlichen der Gleiche geblieben, mag noch die gleichen Sachen und rede auch noch das gleiche Zeug.

Mein heutiger Verdacht: Leute, die sagen, dass alles anders wird, wollen auch einfach nur noch Baby-Zeug machen. Aber wir werden sehen. Vielleicht hat sich in 3 Monaten meine Meinung dazu wieder geändert.

2. Es gibt einen neuen Chef

Man selbst ändert sich vielleicht nicht, aber die Hierarchiestufen auf jeden Fall. Es gibt einen neuen Boss. Das Baby. Die Bedürfnisse des Babys sind Nummer 1.

Klassiker: du hast dir was richtig geiles zu essen für Dich und Deine Freundin gemacht und genau als ihr anfangen wollt , fällt dem Windelbomber ein, dass es Hunger hat. Aber nur so halb. Also die nächste halbe Stunde wird so ein bisschen an der Brust genuckelt, während euer Essen kalt wird.

Oder anderes Beispiel: du willst gerade los, Dich mit Freunden treffen? Schade, Babylein hat die Windel gesprengt und jetzt muss erstmal desinfiziert werden.

Was ich damit sagen will: Baby comes first. Zumindest meistens. Wenn das Baby etwas möchte, musst du springen – es sei denn, Du hast Bock auf stundenlanges Schreikonzert.

 Das Gute: in den ersten 3 Monaten ist das Baby ein noch einigermaßen vorhersehbarer Boss. Entsprechend kann man sich halbwegs auf die Dinge, die es von einem will einstellen.

3. Eine starke Beziehung ist Pflicht

Es soll ja Leute geben, die ein Kind bekommen, um ihre Beziehung zu stärken. Schlimmster Fehler ever. Macht Euch nichts vor. Ein Kind ist eine Belastung für die Beziehung. Die Zweisamkeit mit dem Partner ist das, was als erstes leidet bzw. am Anfang ja gar nicht mehr richtig existent ist. Baby ist der Boss und es scheisst darauf (literally), ob Du und Deine Partnerin einen kuscheligen Abend zusammen verbringen wollt. Die klassischen Dinge, die eine Beziehung stärken, fallen erstmal aus.

Ich gehe davon aus, dass es etwas einfacher wird, wenn das Kind älter ist und man auch mal einen Babysitter engagieren kann aber zumindest am Anfang, ist die Liebesbeziehung zum Partner auf ein Minimum runtergefahren.

4. Hormone sind der Hammer

Noch eine Fehleinschätzung, die ich hatte: ich ging davon aus, dass ich mich an das Baby erstmal gewöhnen müsste. Ich wusste ja, dass ein Kind viel Arbeit ist und mich in meiner Freiheit beschränken würde. Und das ist ja auch der Fall. Aber Gewöhnung ist ausgefallen. Baby war da und ich war sofort direkt sowas von verliebt in den kleinen Käfer, das war wirklich unglaublich. Und zu erklären ist das rational ja nicht. Kind liegt halt rum, schreit, schläft oder guckt. Jetzt nicht gerade die Top-Argumente für die große Liebe. Aber die Hormone regeln das. Stundenlang kann man den Zwerg anschauen, man macht tausend Fotos und schaut sich auch die Fotos wieder stundenlang an. Es ist wirklich verrückt, was da mit einem passiert. Und im Grunde ist das auch das große Fazit der ersten drei Monate: es ist ein absolutes Träumchen. Kinder bekommen rockt. Klar, man darf sich keine Illusionen über die negativen Seiten machen, die ich ja hier auch besprochen habe. Aber wenn man mit nicht allzu vielen Erwartungen in die Sache reingeht, ist es wirklich eine geile Sache. Zumindest sage ich das jetzt nach 3 Monaten. Ich bin selber schon gespannt, wann meine erste Kinder-Depression kommt. Hoffentlich dauerts aber noch ein biss

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